Gemeinsam für kleine Unken und die Artenvielfalt
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Bei einer Flächenbegehung am 28. Mai 2026 im FFH‑Gebiet „Grubenberg bei Gerstungen“ zeigten sich alle Beteiligten von dem Gebiet und den durchgeführten Naturschutzmaßnahmen begeistert.
Das ehemalige Sandabbaugebiet wird von der Wildtierland Hainich gGmbH mit ihrer Natura 2000-Station Unstrut-Hainich/Eichsfeld naturschutzfachlich entwickelt – mit Fokus auf die vom Aussterben bedrohte Gelbbauchunke, aber auch für viele andere Arten von Kammmolch bis zur Weißen Waldhyazinthe.
„Dieses Projekt zeigt sehr gut, wie erfolgreich Naturschutz sein kann, wenn alle Beteiligten Hand in Hand arbeiten. Dann profitieren Gelbbauchunke, Kammmolch, Libellen und seltene Orchideen, aber auch wir Menschen. Denn eines ist klar: Die Artenvielfalt unserer Natur ist unsere Lebensgrundlage, ohne die menschliches Überleben nicht möglich ist. Und Tiere wie die Gelbbauchunke lebten in dieser Region in natürlichen Bach- und Flussauen schon lange vor den Menschen“, erläutert Martin Burmeister, Projektleiter der Wildtierland Hainich gGmbH. „Wir haben hier gemeinsam ein kleines Refugium erhalten und weiterentwickelt. Beteiligt waren die Flächeneigentümer, der Forst, die Naturschutzbehörden, die Arbeitsgemeinschaft Heimische Orchideen e. V., die Gemeinde und die Tierhalter, deren Pferde hier jetzt auch mithelfen. Genauso gelingt erfolgreicher Naturschutz“, so Burmeister weiter.
Die ehemalige Sandgrube ist aufgrund ihres Artenreichtums als FFH-Gebiet ausgewiesen. Die vom Aussterben bedrohte Gelbbauchunke ist eine „Pionierart“, deren ökologische Nische flache, vegetationsfreie und regelmäßig austrocknende Tümpel in naturnahen Wiesen und lichten Wäldern sind. Diese entstehen in natürlichen Bach- und Flussläufen, die es in der heutigen Landschaft kaum noch gibt. Ersatzlebensräume fand die Gelbbauchunke in der historischen Kulturlandschaft in Gräben, Viehtränken und auf Weiden. Auch diese Lebensräume verschwanden. Letztes Refugium sind oft ehemalige Bergbaugebiete und Truppenübungsplätze. Dabei steht die Gelbbauchunke bei solchen Naturschutzprojekten als Schirmart für viele andere Arten mit ähnlichen Lebensraumansprüchen.
In dem Projekt wurden seit 2018 Kleingewässer angelegt und vegetationsfreie Rohbodenbereiche und lichte, halboffene Wiesenbereiche geschaffen. In Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Tierhaltern Jasmin Fey und Henry Runge wurde eine Waldweide mit Pferden etabliert und dazu auf einer Fläche von 3,7 Hektar ein fester Weidezaun errichtet. Aus der auf dem Gelände der Wildtierland Hainich gGmbH (Gehegebereich des Wildkatzendorfes Hütscheroda) etablierten Erhaltungszucht für Gelbbauchunken wurden in zwei Jahren fast 2.000 Kaulquappen am Grubenberg ausgesetzt. Eine wissenschaftliche Begleitung zeigt erste Erfolge: 103 Individuen konnten bereits im letzten Jahr nachgewiesen werden. Ob die Wiederansiedlung zu einer stabilen Bestandentwicklung führt, wird sich in den nächsten Jahren abzeichnen. Aber es ist klar: von den etablierten Maßnahmen profitieren seltene Tiere, Pflanzen und auch der Mensch.
Die Maßnahmen am Grubenberg zeigen, wie wichtig langfristige Betreuung, kontinuierliche Pflege und regionale Zusammenarbeit sind. Nur durch das Zusammenspiel von Behörden, Fachleuten, Flächeneigentümern und engagierten Partnern vor Ort kann ein FFH‑Gebiet wie der Grubenberg zum Schutz bedrohter Amphibien erfolgreich entwickelt werden.