Gelbbauchunkenschutz Maßnahmen zum Schutz der Gelbbauchunke in Westthüringen

Die Bestände der Gelbbauchunke sind in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Ziel des Projektes ist die Sicherung der bestehenden Bestände in Westthüringen sowie der Aufbau von Quellpopulationen zur Wiedervernetzung, z.B. durch die Anlage von Kleinstgewässern.

Gelbbauchunke mit herzförmiger Pupille
Gelbbauchunke mit herzförmiger Pupille
Ein für die Gelbbauchunke hergerichteter Entwässerungsgraben
Ein für die Gelbbauchunke hergerichteter Entwässerungsgraben
Anlage von Kleingewässern
Anlage von Kleingewässern
Unterseite der Gelbbauchunke zur Individualerkennung
Unterseite der Gelbbauchunke zur Individualerkennung
Selbst Fahrspuren die sich mit Wasser füllen eignen sich hervorragend als Laichgewässer/ Martin Burmeister
Selbst Fahrspuren die sich mit Wasser füllen eignen sich hervorragend als Laichgewässer/Martin Burmeister

Maßnahmen zum Schutz der Gelbbauchunke in Westthüringen

Seit Mai 2019 gibt es das ENL-Projekt „Maßnahmen zum Schutz der Gelbbauchunke in Westthüringen“ finanziert durch die Europäische Union und das Land Thüringen. Unsere Landschaften werden immer aufgeräumter. Wo einst Flüsse und Bäche Wiesen und Gräben geflutet haben, sind Feuchtwiesen heute trockengelegt, Fließgewässer und Quellen befestigt. Diese fehlende natürliche Dynamik führt zu einem Verlust von konkurrenz- und vegetationsfreier Kleingewässer. Auf diese Lebensräume sind „Pionierarten“ wie die Gelbbauchunke spezialisiert. Die Gelbbauchunke benötigt flache und warme Tümpel zum Laichen. In dem Projekt werden daher sowohl Maßnahmen zur Verbesserung der Laichgebiete, als auch zur Verbesserung ihres Landlebensraums umgesetzt. Hierzu werden in der Regel kleine Gewässer angelegt die sich nach stärkeren Regenfällen mit Wasser füllen. Um zu vermeiden das die Gewässer nach einigen Jahren zuwachsen und verlanden werden einige Flächen extensiv mit Rindern beweidet. Zudem werden Landnutzer und interessierte BürgerInnen durch Öffentlichkeitsarbeit am Beispiel der Gelbbauchunke für Themen wie Biodiversität und Artenschutz sensibilisiert.

Eine ausführliche Beschreibung des Projekts können Sie hier herunterladen.

Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.

Die Gelbbauchunke

  • Lateinisch: Bombina variegata
  • Größe: 3-5 cm groß
  • Alter: bis zu 25 Jahre
  • Unterseite auffällig gelb-schwarz gemustert
  • Oberseite: kakaobraun mit Flecken, warzig, für eine perfekte Tarnung
  • Augen: herzförmige Pupillen
  • Laichgewässer: Kleingewässer,  meist nicht viel mehr als Pfützen, Radspur oder Flutmulde ohne Konkurrenz, denn Feinden wie Libellenlarven oder Molchen haben die Kaulquappen der Gelbbauchunke nichts entgegenzusetzen.
  • Laichzeit: Nach starken Regenfällen und anschließender Wärme (Anfang Mai und Mitte August)
  • Eier: kleinen Klumpen von 30 bis 50 Eiern an Pflanzenteile geheftet
  • Rufe: uhh…uhh…uhh (sehr leise)
  • Kaulquappen: nach wenigen Tagen schlüpfen sie, nach 5-10 Wochen gehen sie ans Land
  • Besonderheiten: das Fleckenmuster auf der Unterseite kann als Individualerkennung dienen (wie beim Fingerabdruck)

Gefährdung und Schutz

  • Drainagierung von Grünland
  • Verlust von Struktur in der Landschaft (Feldsäume, Wasserstellen, Überflutung)
  • Aufgabe von nutzungsbedingten „Störstellen“ wie Truppenübungsplätzen und Abbaubetriebe
  • Verbuschung von Grünland
  • Fehlende Vernetzung von Habitaten und dadurch Verinselungen oder Verlust von Populationen
  • Gefährdungsgrad: in Deutschland als stark gefährdet, in Thüringen als vom Aussterben bedroht
  • Schutzstatus: als Art der Anhänge II und  IV der FFH-Richtlinie ist sie in der gesamten Europäischen Union streng geschützt.

Info-Faltblatt zum Download

Projekt: Flyer Gelbbauchunke (1,1 MiB)

Martin Burmeister

Projektmanager „Gelbbauchunke"
Telefon: 036254/851186
martin.burmeister@nat-2000.de


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