Gelbbauchunkenschutz Neue Lebensräume für die Gelbbauchunke in Westthüringen

Die Bestände der Gelbbauchunke sind in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Ziel des Projektes ist die Sicherung der bestehenden Bestände in Westthüringen sowie der Aufbau von Quellpopulationen zur Wiedervernetzung, z.B. durch die Anlage von Kleinstgewässern.

Gelbbauchunke mit herzförmiger Pupille
Gelbbauchunke mit herzförmiger Pupille
Anlage von Kleingewässern
Anlage von Kleingewässern
Unterseite der Gelbbauchunke zur Individualerkennung
Unterseite der Gelbbauchunke zur Individualerkennung

Sofortmaßnahmen für die Gelbbauchunke in Westthüringen

Seit Mai 2017 gibt es das Projekt „Sofortmaßnahmen für die Gelbbauchunke in Westthüringen“ finanziert durch die Europäische Union und das Land Thüringen. Unsere Landschaften werden immer aufgeräumter. Wo einst Flüsse und Bäche Wiesen und Gräben geflutet haben, sind Feuchtwiesen heute trockengelegt, Fließgewässer und Quellen befestigt. Diese fehlende natürliche Dynamik führt zu einem Verlust Konkurrenz und vegetationsfreier Kleingewässer. Dabei reichen der Gelbbauchunke flache Tümpel oder wassergefüllte Radspuren aus. In dem Projekt werden sowohl Maßnahmen umgesetzt zur Verbesserung der Laichgebiete, als auch zur Verbesserung ihres Landlebensraum. Dazu gehört die Anlage von Kleinstgewässern mittels Baggern oder dem Anlegen von Radspuren, der Optimierung von Entwässerungsgräben aber auch eine angepasste Bewirtschaftungsweise des Landlebensraum wie zum Beispiel Beweidung. Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.

Die Gelbbauchunke

  • Lateinisch: Bombina variegata
  • Größe: 3-5 cm groß
  • Alter: bis zu 25 Jahre
  • Unterseite auffällig gelb-schwarz gemustert
  • Oberseite: kakaobraun mit Flecken, warzig, für eine perfekte Tarnung
  • Augen: herzförmige Pupillen
  • Laichgewässer: Kleingewässer,  meist nicht viel mehr als Pfützen, Radspur oder Flutmulde ohne Konkurrenz, denn Feinden wie Libellenlarven oder Molchen haben die Kaulquappen der Gelbbauchunke nichts entgegenzusetzen.
  • Laichzeit: Nach starken Regenfällen und anschließender Wärme (Anfang Mai und Mitte August)
  • Eier: kleinen Klumpen von 30 bis 50 Eiern an Pflanzenteile geheftet
  • Rufe: uhh…uhh…uhh (sehr leise)
  • Kaulquappen: nach wenigen Tagen schlüpfen sie, nach 5-10 Wochen gehen sie ans Land
  • Besonderheiten: das Fleckenmuster auf der Unterseite kann als Individualerkennung dienen (wie beim Fingerabdruck)

Gefährdung und Schutz

  • Drainagierung von Grünland
  • Verlust von Struktur in der Landschaft (Feldsäume, Wasserstellen, Überflutung)
  • Aufgabe von nutzungsbedingten „Störstellen“ wie Truppenübungsplätzen und Abbaubetriebe
  • Verbuschung von Grünland
  • Fehlende Vernetzung von Habitaten und dadurch Verinselungen oder Verlust von Populationen
  • Gefährdungsgrad: in Deutschland als stark gefährdet, in Thüringen als vom Aussterben bedroht
  • Schutzstatus: als Art der Anhänge II und  IV der FFH-Richtlinie ist sie in der gesamten Europäischen Union streng geschützt.

Info-Faltblatt zum Download

Projekt: Flyer Gelbbauchunke (1,1 MiB)

Martin Burmeister

Projektmanager „Gelbbauchunke"
Telefon: 036254/851186
martin.burmeister@nat-2000.de


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