Im Zuge des Eisernen Pferdes

„Eisernes Pferd“, so heißt das Gerät auf breiten Gummiketten, welches für Arbeiten in Mooren eingesetzt wird. So wie hier im Hanfsee, ein Regen- Kesselmoor im Naturschutzgebiet Sonder in der Nähe von Neunheiligen im Unstrut-Hainich-Kreis. Dieses in Thüringen einmalige Moor beherbergt Arten, die es nur hier gibt.

Dazu zählt der wenig bekannte Kammfarn Dryopteris cristata. Auch sehr seltene Moosarten und fleischfressende Pflanzen, wie der Rundblättrige Sonnentau kommen hier vor. Das Moor hat nur ein Problem - es fehlt an Wasser.

1959 wurde das Moor zum Löschen eines Feuers, dass bei Gasbohrarbeiten der umliegenden Gasfelder ausgebrochen war angezapft und zum Teil entwässert. Die Situation verschlechterte sich zusätzlich mit den letzten drei sehr trockenen Jahren massiv. Mit der sogenannten Entkusselung des Moores, der Entnahme der aufwachsenden Birken, erhoffen sich die Naturschützer der „NATURA 2000-Station Unstrut Hainich Eichsfeld“ und der „NATURA 2000-Station Auen, Moore, Feuchtgebiete“ eine Verbesserung der Situation. Es soll verhindert werden, dass die Birken zusätzlich das knappe Wasser aus dem Moor entziehen.

In Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde Unstrut-Hainichkreis, der NATURA 2000 Stationen und Moorexpert/innen wurde ein Pflegekonzept über die nächsten drei Jahre entworfen. Moore zu erhalten ist eine schwierige und langwierige Aufgabe aber es lohnt sich, denn Moore speichern extrem viel CO2 in ihrem Torfkörper und geben dieses aber auch frei, wenn sie verloren gehen. Außerdem sind sie Lebensraum für viele seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Finanziert wird das Projekt durch den Natur- und Landschaftsplan (NALAP) des Landes Thüringen.

Eiseners Pferd im Einsatz, FOTO Philipp Bednarski 13.01.2021
Schutz des Moorboden durch Bodenschutzmatten, FOTO Philipp Bednarski 13.01.2021
Entkusselung im Hanfsee, FOTO Philipp Bednarski 13.01.2021

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