Erste Jungunken verlassen angelegte Tümpel

ENL-Projekt „Sofortmaßnahmen für die Gelbbauchunke in Westthüringen“

Seit einigen Tagen verlassen die ersten vollständig entwickelten Gelbbauchunken als kleine Froschlurche das Wasser. Bereits im April haben die ersten Gelbbauchunken ihren Laich in kleine Gewässer gelegt, welche erst diesen Februar extra für sie anlegt wurden.

In den letzten zwei Monaten haben sich die nur ein bis drei Zentimeter großen Kaulquappen mit Schwanz und Kiemen in kleine Froschlurchen mit vier Beinen und Lungen verwandelt. Jetzt gehen sie an Land auf Nahrungssuche nach kleinen Insekten.

„Es ist sehr schön zu sehen, wie die ersten kleinen Unken unsere Gewässer verlassen und es zeigt, dass sich die Anlage der Gewässer gelohnt hat. Wenn die Larven die Metamorphose (so heißt die Entwicklung vom Laich bis zum fertigen Frosch) abgeschlossen haben und das Wasser als kleine Froschlurche verlassen, haben sie den gefährlichsten Teil ihres Lebens überstanden“ sagt Martin Burmeister Projektmanager des Gelbbauchunken Projekts in Westthüringen. Seit 2017 plant er in Zusammenarbeit mit Flächenbesitzern, Gemeinden, Bergbauunternehmen, ThüringenForst und den zuständigen Unteren Naturschutzbehörden die Anlage von neuen Lebensräumen für die in Thüringen vom Aussterben bedrohte Gelbbauchunke. So konnten in den letzten zwei Jahren über 400 kleine Tümpel an 20 Standorten, wie zum Beispiel bei Eisenach, angelegt werden (siehe Abb. 2).

Auch im Nationalpark Hainich, in dem aktuell eines der größten Vorkommen der Gelbbauchunke zu finden ist, wurden im Rahmen von Entsiegelungsmaßnahmen neue Laichgewässer für die Art angelegt.

„Im Nationalpark haben sich besonders die wassergefüllten Fahrspuren als effektiv erwiesen. Sie hielten trotz der Hitze lange genug das Wasser, sodass die Larven ihre Entwicklung beenden konnten.“ sagt Madlen Schellenberg aus der Nationalparkverwaltung 

In den nächsten Wochen werden hunderte dieser winzigen Froschlurche nach und nach das Wasser verlassen und mit etwas Glück kehren sie in ein paar Jahren als ausgewachsene Unken zurück, um selbst ihren Laich in die angelegten Tümpel zu legen. 

Martin Burmeister

Projektmanager „Gelbbauchunke"
Telefon: 036254/851186
martin.burmeister@nat-2000.de


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