Eichsfelder Hasenwinkel wird attraktiv

Naturfreunde ziehen erste Bilanz zum Projekt zur Sicherung und Beweidung des Naturschutzgebietes.

Fretterode. Gespannt und interessiert blicken sich die Naturliebhaber um. Weiden, Wälder und Schafe soweit das Auge reicht. Gemeinsam mit Andreas Steinert wandern die etwa 20 Gäste rund um das Naturschutzgebiet (NSG) „Hasenwinkel“. Dieses liegt im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal, südlich der Ortschaft Fretterode. Außerdem zählt es zu einem der ältesten in Thüringen. Doch das ist nicht der Hauptgrund für diese Begehung. In erster Linie geht es um das Projekt „Sicherung der dauerhaften Beweidung vom NSG Hasenwinkel“.

Schäfer wird noch 20 Ziegen auf Weide stellen

Der Hasenwinkel besteht aus Kalkmagerrasen und Wacholderheiden, die durch die jahrhundertelange Hüteschäferei entstanden sind. Und um diesen Bestand zu schützen, arbeitet der Naturschutzbund Obereichsfeld als Träger des Projektes mit der Unteren Naturschutzbehörde sowie der Natura-2000-Station und Schäfer Tobias Schlung zusammen.

Andreas Steinert als Vorstandsmitglied des Nabu Obereichsfeld zieht eine erste Bilanz. Denn das Projekt läuft seit Juni vergangenen Jahres. „Der Nabu Obereichsfeld hat in den zurückliegenden Monaten einige Voraussetzungen geschaffen, um die dauerhafte Beweidung der Flächen im Naturschutzgebiet ‚Hasenwinkel‘ bei Fretterode mit Schafen und Ziegen sicherzustellen“, freut er sich. Dazu wurden ortsfeste Umzäunungen aufgestellt, „die mit Zuwegungen versehen sind, um den Besuchern ein Eintreten zu ermöglich“, erklärt und zeigt Andreas Steinert den Gästen. Um eine angepasste Beweidung zu gewährleisten, erfolgte eine Dreiteilung mittels Edelstahllitzen.

Zudem wurden verbuschte und bewaldete Flächen freigestellt und im Beweidungskonzept eingegliedert. „Ganz nach dem historischen Gebietscharakter“, so das Nabu-Mitglied. Damit sei auch schon angefangen worden. Allerdings weist Werner Wedekind, Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde, daraufhin, dass die noch stehenden Baumstümpfe auf Bodenhöhe gekürzt werden müssen – damit diese Fläche auch entsprechend vom Schäfer befahren werden kann.

Momentan beweidet Schäfer Tobias Schlung nur Schafe. Doch es sollen künftig auch noch etwa 20 Ziegen hinzukommen. Das habe den Grund, dass Ziegen auch Birkenblätter sowie Rosen- und Schlehenbüsche abfressen würden, erklärt Werner Wedekind. Rund um den Hasenwinkel würden die Birken schon wieder langsam wachsen. Es brauche also die Ziegen dringend, so Andreas Steinert. Denn die dauerhafte Freihaltung der FFH-Offenlandlebensräume, zu denen der Hasenwinkel gehört, ist eine Zielstellung des Projektes. Diese Freihaltung sei wichtig, weil die Kooperationspartner eine Förderung des Programms „Entwicklung von Natur und Landschaft“ erhalten haben. Kerstin R. Wiesner, Leiterin der Natura-2000-Station Unstrut-Hainich/Eichsfeld, erklärt, dass in solchen Gebieten eben auch Tiere und Pflanzen leben, die schützenwert sind.

Beim Projekt wurde auch an die Besucher gedacht. Denn es gibt Informationstafeln zu Natur, Pflanzen und Tieren sowie eine Sitzecke aus Holz. Diese wird bei der Begehung von den interessierten Gästen mit Kaffee und Brötchen eingeweiht.

 

Dr. Kerstin Wiesner

Stationsleitung
Telefon: 036254/851186
kerstin.wiesner@nat-2000.de


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